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Überall an den Hängen der höher gelegenen Wanderwege und auf den Almweiden im Vinschgau / Südtirol ist jetzt die Blütezeit der Alpenrosen. Hier einige Infos zu dieser schönen Alpenblume:
Die Alpenrose gehört zu den wohl bekanntesten und mit ihrer leuchtend roten Farbe zu den schönsten Alpenblumen. Der wissenschaftliche Name „Rhododendron“ stammt aus dem Griechischen und heißt eigentlich „Rosenbaum“. Dabei handelt sich aber nicht um eine Rose, sondern sie zählt zu den Heidekrautgewächsen, von denen es mehr als 500 Arten gibt, nur acht davon in Europa, und nur zwei Arten leben in den Alpen. Die größte Vielfalt an Rhododendren findet man in Asien.
Bei uns gibt es die rostrote Alpenrose (Rhododendron ferrugineum) und die bewimperte Alpenrose Rhododendron hirsutum). Sie brauchen eine gute winterliche Schneebedeckung und werden vom Vieh nicht gefressen (daher gelten sie auch als Weideunkraut und wurden in manchen Alpengebieten gerodet). Die Alpenrose liebt besonders kalkhaltige Böden, sie wächst auf Almweiden und in lichten Bergwäldern, begnügt sich aber auch mit Felsschutt und Geröllhalden von 1200 bis über 2500 m.  Die reich verzweigten, verholzten Stauden werden  20 – 100 cm hoch und blühen von Juni bis August. Die rostrote Alpenrose erkennt man an den unterseits rostbraunen Blättern mit nach unten gebogenem Rand, die Krone ist glockenförmig und leuchtend rot.  Die bewimperte Alpenrose hat flache, beiderseits grüne Blätter, die Krone ist ebenfalls glockenförmig und hellrot. Ganz selten gibt es auch weiße Alpenrosen, diese sollen nach altem Volksglauben Goldadern anzeigen.

-  Weiteres zum Volksglauben — Gedicht —

Achtung: Die Alpenrose ist giftig für Menschen und Tiere, und zwar Blüten, Nektar, Blätter und Früchte.
Interessantes:
Die Alpenrose wurde im Volksglauben gerne mit Blitz und Donner in Verbindung gebracht. Daher wurde sie auch „Donnerblume“ genannt, weil man glaubte, dass sie Gewitter anziehe. Bei  einem herannahenden Gewitter sollte man sich daher nicht in der Nähe von Alpenrosen aufhalten und keine im Haus oder in der Almhütte haben. Als Feuerholz wurde die Alpenrose auch nicht verwendet, denn man glaubte, dass dann  alle Speisen anbrennen.
Ein Teeaufguss aus den Blättern der Alpenrose wurde früher bei Gicht, rheumatischen Beschwerden und bei Nieren- und Gallensteinen angewendet.

Und hier hab ich noch ein schönes Gedicht zur „Alpenrose“ gefunden:

Die Alpenrose – II.

Wie oft schon bin ich stehn geblieben,
Vertieft in Schaun vor dir. Allein
Um dich muß man die Berge lieben,
Du bist die Seele, Gluth im Stein.

Wer aufwärts dringt in kühnem Streben
Der denkt an dich, wie hoch du blühst,
Und wer sich einsam fühlt im Leben,
Der denkt, wie still auch du verglühst.

Wer dich liebt, liebt’s den Tag zu grüßen
In Nacht auf hoher Bergesflur,
Er hat die Welt zu seinen Füßen
Und über sich den Himmel nur.

Hermann von Lingg (1820-1905)
Aus der Sammlung > Natur- und Weltleben

> Alpenrosenmarsch in Langtaufers

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