Frühlingswanderung auf einem frühgeschichtlichen Saumpfad im oberen Vinschgau
Unsere Wanderung beginnt in Agums bei Prad am Stilfserjoch. Wir stellen das Auto ab und steigen kurz bis zur Wallfahrtskirche zum Hl. Georg hinauf (14. Jh.) Dort gehen wir links weiter über Gargitz zum Patzleidhof hinauf bis zu den Grillplätzen. Dann geht es rechts weiter der Markierung 11, Archaikweg folgend. Ein breiter Weg führt uns durch lichten Mischwald teilweise etwas steil bergauf. Besonders schöne Ausblicke auf die Berge (Ortlergruppe) und in das Tal! Bei der Wegkreuzung folgen wir dem Weg rechts (Markierung Stilfs Nr. 11) und gelangen nach Kaschlin in 1430 m Meereshöhe, dem höchsten Punkt unserer Wanderung. Der „Kaschlin-Hügel“ ist ein Siedlunsplatz kupferzeitlicher Jäger, Sammler und Bergknappen. Daher kommt auch der Name „Archaikweg“ (archaisch = urtümlich, gealtert). Nun geht es weiter westwärts über das sogenannte Wassertal und abwärts nach Stilfs (1311 m). Dieses kleine malerische Dörfchen mit seinen engen und steilen Gassen und den 8 Brunnen ist unbedingt sehenswert! Wir gehen nach der Kirche hinab fast bis zur Stilfserbrücke und folgen dem Agumser Bergwaal zurück zu unserem Ausgangspunkt Agums bei Prad am Stilfserjoch.
Gehzeit: 3,5 – 4 Stunden
Höhenunterschied: 600 – 700 m
Schwierigkeitsgrad: meist einfache, eher schmale Wanderwege, Gelände leicht abschüssig und bewaldet. Bei regnerischem Wetter ist Vorsicht geboten (Steinschlaggefahr in kurzen Abschnitten)
Wissenswertes:
Archaisch bedeutet „urtümlich, gealtert, ursprünglich“. Die Route ist ein ur- und frühgeschichtlicher Saumpfad, der als sogenannter „Wormisionsteig“ eine Verbindung zwischen Etschtal und Veltlin darstellt. Entlang dieser Route wurde Bergbau betrieben, Holz- und Weidewirtschaft waren Anlass für die Entstehung von Höfen und Siedlungen. Von der Bronzezeit bis in die Neuzeit reichen Spuren menschlichen Lebens in dieser Region.
Das „Weiberbödele“, ein frühgeschichtlicher Brandopferplatz aus der Bronzezeit, ist erreichbar auf einem steilen Bergpfad zwischen den Häusern von Stilfserbrücke. Im „rätoromanischen“ Dorf Stilfs herrschte über Jahrhunderte ein reger Bergbaubetrieb. Von Stilfs aus sieht man die Ortlergruppe, die Hochwälder und nacheiszeitliche Moränen.
Bei Kaschlin („Unterbrunnquelle“), wurde ein 300 m langes Teilstück eines alten Verkehrsweges über das Stilfserjoch freigelegt.
Kirche zum Hl. Georg / Agums: Die Wallfahrtskirche aus dem 14. Jahrhundert ist ein gotischer Neubau um 1500, die Seitenkapelle wurde 1705 angebaut. Sie birgt ein großes, 4 m hohes Kruzifix, den „Großen Herrgott von Gums“, ein wundertätiges Kreuz.

Kapelle zur Hl. Christina: wurde vermutlich auf einem alten, heidnischen Kultplatz errichtet.








