Steinböcke und blühende Bergwiesen auf dem Weg zum Föllakopf (2878 m)
Das Gebiet rund um Watles, Schlinig, Sesvenna im Vinschgau / Südtirol bietet viele Möglichkeiten für Wanderungen und Bergtouren. Eine sehr schöne Bergtour ist jene auf den Föllakopf, den Schliniger Hausberg, die Walter und ich Anfang Juli 2010 unternahmen. Es waren noch einige Schneereste vorhanden, und beim Aufstieg mussten wir mehrere Schneefelder überqueren. Besonders schön um diese Zeit waren die blühenden Bergwiesen hinter der Sesvennahütte beim Anstieg zum Föllakopf: die gelbe Schwefel-Küchenschelle und das Gold-Fingerkraut, die violette Alpensoldanelle und die klebrige Primel, der tiefblaue Enzian und die kleinen „Schusternagelen, die lilafarbene herzblättrige Kugelblume und viele mehr – eine Augenweide und ein einziger Blütentraum in den intensivsten Farben!
Beschreibung der Tour und Bilder:
Mit dem Auto geht es in ca. 15 Minuten von Burgeis nach Schlinig (1738 m), wo wir am Dorfende das Auto parken. Von dort gelangen wir in einer ¾ Std. zur Alp Planbell, dann über zwei etwas steilere Kehren an der „Schwarzen Wand“ vorbei , zuerst zur renovierten alten Pforzheimerhütte, dann am kleinen See vorbei zur Sesvennahütte (2256 m, 1 Std.). Von der Hütte geht es westlich weiter auf dem gut markierten Steig Nr. 5 in Richtung Sesvenna-Scharte. Nach ca. ½ Std. sieht man einen Wegweiser nach links zum Föllakopf. Wir überschreiten nun eine markante Kuppe und erreichen den schönen dunkelblauen Kloanberglsee auf 2634 m Höhe (von den Einheimischen Föllasee genannt). Der See ist teilweise noch von Eis und Schnee bedeckt, da es einen schneereichen Winter und noch späte Niederschläge gegeben hat. Wie immer bieten sich wunderschöne Fotomotive! Vom See führt der Steig über eine steile Schuttflanke südostwärts empor zum NO-Grat, wobei der Steig im oberen Teil zu einer Rinne zwischen zackigen Felsen wird. In diesem Teil stehen auf einmal wenige Meter vor uns vier Steinböcke! Welch ein Anblick! Sie rühren sich nicht von der Stelle und beobachten uns von dort oben. Das muss natürlich fotografiert werden, denn so eine Gelegenheit bietet sich nicht oft!
Bald erreichen wir dann den breiten, leicht ausgesetzten Westgrat und über diesen den Gipfel mit dem Gipfelkreuz auf 2890 m. Traumhaft ist der Rundblick von dort oben! Den Abstieg in dem Schutt und Geröll bewältigen wir teilweise auf den Bergschuhen rutschend in kurzer Zeit, wobei wir im Hintergrund immer noch die Steinböcke sehen können.
Auf der Sesvennahütte stärken wir uns mit einem wie immer tollen Essen und einem Schnäpschen von Andi, bevor wir wieder zurück nach Schlinig absteigen.
Aufstiegszeiten und Höhenunterschiede: Schlinig – Föllakopf: 3,5 – 4 Std; gut 1100 m,
Sesvennahütte – Völlakopf: 620m, 2 Std.
Variante für den Abstieg von der Sesvennahütte: Von der Sesvennahütte auf sehr schönem Höhenweg südostwärts in Richtung Watles-Schigebiet, dann rechts auf markiertem Steig direkt hinab nach Schlinig (ca. 30 Min länger).
Bemerkung: Gute und geübte Biker können auch mit dem Mountainbike bis zur Sesvennahütte gelangen (kurze Schiebestrecke)
Weitere Tourenmöglichkeiten: <Piz Sesvenna, Piz Rims, Piz Rasass, <Uinaschlucht.

















