Eine Veranstaltung der besonderen Art fand gestern im Gasthaus Mohren in Burgeis im Vinschgau statt. Unter dem Motto >„Olte Liadr zun lousn und singen“ wurden Bilder, Fotodokumente und Hörbeisiele aus den 40er Jahren (Quellmalz-Sammlung) vorgestellt und von verschiedenen Personen aus dem oberen Vinschgau nachgesungen. Das gemütliche Gastlokal Mohren konnte die vielen Menschen kaum aufnehmen, die der Einladung des Bildungsausschusses Mals gefolgt waren. Unter der Führung von Chorleiter Ernst Thoma erlebte das interessierte Publikum einen unterhaltsamen und informativen Abend mit lustigen und originellen Einlagen. Beim gemütlichen Beisammensein nach dem Buffet wurde noch so manche Stunde gesessen und gemeinsam gesungen und musiziert. Aus dem Programm: Ziehharmonika-Stücke vom „Storcha-Luis“, Obervinschger Raffelemusi, Schlosserbuabn aus Burgeis, Matscher Buabn mit Neujahrsliedern, Reinhard Zangerle und Luise Grissemann mit dem Lied „Weltroas“, usw..)
Wissenswertes zu Quellmalz:
Alfred Quellmalz war ein deutscher Musikwissenschaftler (1899-1979). Er sammelte im Auftrag des Instituts für Deutsche Musikforschung in Berlin und des SS-Ahnenerbes von 1940 bis 1942 Volksmusik in Südtirol, indem er das Land bereiste und mit damals modernsten Tonbandgeräten und Kameras die Musik der heimischen Bevölkerung aufzeichnete. Seine Dokumentation der Volksmusik, die neben Südtirol (Prov. Bozen) auch die Dreizehn Gemeinden (Provinz Verona) und das Kanaltal (Provinz Udine) umfasste, war methodisch äußerst penibel und daher von großer Bedeutung. Seine Sammlung umfasste vor allem die ältesten Schichten der mündlich überlieferten traditionellen Musik Südtirols. So wurden rund 3000 Lieder und Instrumentalstücke fixiert. Dazu gekommen war es, weil Heinrich Himmler als “Reichskommissar für die Festigung Deutschen Volkstums” und Präsident des SS-Ahnenerbes vor der Entvölkerung Südtirols (Option in Südtirol) die dortige Kultur dokumentiert haben wollte. 2006-2007 wurden Quellmalz’ Tonbänder durch das Wiener Phonogrammarchiv digitalisiert.
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